EU will Cassiazimt verbieten.

BildStrukturformel von Cumarin(Cumarin; Benzopyron)

Der Kuchenstreit geht in die nächste Runde:

Cumarin, einem in der Cassia-Pflanze, wie auch in Datteln, in Ceylon-Zimt (nur in sehr geringen Mengen) und Waldmeister natürlich vorkommender Aromastoff, wird nachgesagt, dass er Leberschäden verursache. So will man also den Dänen ihre Zimtschnecken verbieten. Bei der Zimtkassie wird die Rinde abgeschält und getrocknet – daher auch der Name „Gewürzrinde“.

Einen eindeutigen Beleg für die angebliche Gefährlichkeit von Cumarin beim normalen Gebrauch von cumarinhaltigen Gewürzen gibt es allerdings bis zum heutigen Tage nicht. In allen Studien trat eine gesundheitschädigende Wirkung erst nach extremen Überdosierungen bei Versuchen an Ratten auf. An Menschen gab es nie Versuche. Das scheint der EU allerdings herzlich egal zu sein, so wie auch die Tatsache, dass das Gewürz schon vor Christi Geburt verwendet wurde und es keinerlei Berichte über irgendwelche Todesfälle, die auch nur im Entferntesten mit Cumarin in Zusammenhang stehen könnten, gibt. Ja, nicht ein mal aus 2006, wo es bei Zimtsternen und Frühstückscerealien eine 36-fache Überschreitung des Grenzwertes von 20mg/kg gab. Die Dänen hatten jedenfalls die Idee Zimtschnecken als Nationalspeise zu deklarieren und sind somit aus dem Schneider. Vermutlich geht es ohnehin nur darum, dass ein Konzern einen synthetischen Aromastoff entwickelt hat, dessen Herstellung billiger kommt, als die Gewinnung von Cassia-Zimt.

„Möglicherweise ist das Verbot des Gewürzes aus Vietnam allerdings auch eine Retour-Kutsche Brüssels für die kürzlich eingeführten, drakonischen Strafmaßnahmen der Vietnamesen gegen korrupte Banker“ schreibt die Online-Zeitung Deutsche-wirtschaftsnachrichten.de.

Dies steht auch als Begründung zur Verfügung; Fakt ist, wir wissen es nicht, aber die paar Zimtsterne und Zimtschnecken in der Adventszeit werden wir sicherlich ohne Beschwerden überleben.

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