Heilung durch Gewürze?

In Thailand raucht die Hälfte aller Männer, die meisten schon seit ihrer Jugend. Dennoch gibt es dort dreimal weniger Lungenkrebs als in den USA. In Ländern, in denen viele Gewürze verwendet werden, gibt es auch weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Alzheimer-Krankheit tritt ebenfalls seltener auf. Menschen in Asien nehmen etwa 10g Gewürze pro Tag zu sich, der durschschnittliche Europäer weniger als 1g.

Obwohl jene Menschen vieler Teile Asiens in einer viel unhygienischeren Umgebung leben, verunreinigtes Wasser trinken, keine medizinische Versorgung haben und ihren Speiseplan sicherlich nicht nach den Ernährungsrichtlinien unserer „Experten“ gestalten, haben sie viel weniger Probleme mit Zivilisationskrankheiten, welche ein großes Loch in die Krankenkassen Europas reißen.

Gewürze gegen HIV

In einer japanischen Studie zeigten 46 von 51 ausgewählten Pflanzen aus der Familie der Lippenblütengewächse (Melisse, Krause Minze, Zimt-Basilikum, Perilla, Braunellenähren, Bohnenkraut) eine hemmende Wirkung gegen den HI-Virus.

(Biological & Pharmaceutical Bulletin, 1998; 21(8):829-833)

Das stärkste Antioxidanzium des Planeten

1 Gramm getrockneter Oregano liefert ebensoviele Antioxidanzien wie 100g Tomaten. 2g Cassiazimt enthalten mehr Antioxidanzien als 100g Äpfel; 5g getrocknete Petersilie enthalten mehr Antioxidanzien als 2kg Zucchini. So hat auch 1g Knoblauch eine stärkere antioxidative Wirkung als 100g gekochte/gedünstete Karotten.

(Eine Prise Gesundheit – Die verborgenen Heilkräfte der Gewürze [Sanja Loncar, Sabina Topolovec, Marija Kocevar Fetah, Nadja Bacac)

Schwarzkümmel gegen Allergien

Etwa 50% aller Kinder leiden an einer Allergie. Das Schwarzkümmelöl hilft lt. Laboruntersuchungen bei Bronchialasthma, Rhinitis und Ekzemen.

Der griechische Mediziner Pedanius Dioskurides beschrieb ihn in seinen Büchern, und zwar zur Anwendung als Umschlag bei Kopfschmerzen, Leberflecken, Verhärtungen, Aussatz und Spulwürmern sowie innerlich bei Regelschmerzen, als Diuretikum und zur Milchbildung. Auch der römische Arzt Galenus und auch der Historiker Plinius erwähnten die Wirkung des Schwarzkümmels in ihren Schriften. Samen und Öl des Schwarzkümmels gehören heute noch im arabischen Raum zu den wichtigsten Gewürzen. In Indien ist Schwarzkümmel ein Bestandteil von Curry und anderen Gewürzmischungen. Das Schwarzkümmelöl wird in Ostindien als Speiseöl genutzt. Schwarzkümmelsamen wurden seit alters her als Heilmittel verabreicht. Die Samen wurden nicht nur gegessen, sondern auch als Tee aufgebrüht oder in Säckchen gefüllt und inhaliert. Das Pressöl trug man auf die Haut auf oder nutzte es als Badezusatz. Im Laufe der Jahrhunderte kam der Schwarzkümmel bei vielfältigen Indikationen zum Einsatz: Erkältungen, Kopf-, Ohren- und Zahnschmerzen, rheumatische Erkrankungen, Magen-Darm-Beschwerden, Bronchialasthma, Ekzeme, Bluthochdruck, alle Krebsarten, zur Schweißhemmung, Milchbildung, bei Kindbett- und Gebärmuttererkankungen, Regelbeschwerden, zur Potenzsteigerung und Abtreibung, als Diuretikum, bei Hämorrhoiden, gegen Würmer und bei Fieber, auch nach giftigen Stichen und Bissen. Im Haushalt diente Schwarzkümmel als Insektenschutzmittel für Textilien. Außerdem wurde er zur Herstellung von Duftwässern, Puder und Bädern verwendet.

Schwarzkümmel schien zumindest im deutschen Raum in Vergessenheit geraten zu sein, als der deutsche Arzt Dr. Peter Schleicher ihn 1994 wieder entdeckte. Das wertvolle Pferd seiner Tochter war an Asthma erkrankt und erhielt auf Empfehlung eines Tierarztes aus Ägypten Schwarzkümmelsamen ins Futter gemischt . Das Pferd wurde gesund, und der Samen gelangte in das Institut zur Erforschung neuer Therapieverfahren chronischer Krankheiten und Immunologie, München, das Schleicher seit 1984 leitet.

Hauptbestandteil ist das fette Öl, das Oleum Nigellae sativae. Es ist gelblich bis rötlich bis braun gefärbt und riecht stark aromatisch; der Geruch wird als pfeffrig beschrieben. Es setzt sich hauptsächlich aus Fetten zusammen, die folgende Fettsäuren enthalten: Myristin-, Palmitin-, Palmitolein-, Stearin-, Öl-, Linol- und Linolen-, Arachin-, Eikosaen- und Arachidonsäure. In Chargen, die das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker in Eschborn untersucht hat, konnte kein nennenswerter Gehalt an Arachidonsäure nachgewiesen werden. Weiters sind im Samen Sterole enthalten, zum Beispiel Sitosterol, Cholesterol, Stigmastanol und Campesterol. Die Sterole liegen frei, mit Fettsäuren verestert, als Glucoside oder acetylierte Glucoside vor. Für Geruch und Geschmack verantwortlich ist das ätherische Öl. Es kann durch Dampfdestillation gewonnen werden geht aber auch beim Auspressen der Samen ins fette Öl über. Das ätherische Öl ist hellgelb und verfärbt sich bei Lagerung rötlich. Es weist ein starkes Aroma auf. Im fetten Öl findet sich circa 1% flüchtige Bestandteile, unter anderem Thymochinon.

Der Inhaltsstoff Nigellon ist ebenfalls Bestandteil des ätherischen Öls. Manche Autoren fassen ihn als ein Polymer des Thymochinons auf, andere als ein Gemisch von dimerisiertem Thymochinon (Di-Thymochinon) und Thymochinon. Zudem soll im ätherischen Öl Nigellin enthalten sein. Nigellin wird als Bitterstoff oder als Alkaloid bezeichnet, das in Spuren neben weiteren Alkaloiden wie Nigellimin-N-oxid, Nigellicin und Nigellidin vorkommen soll; einige Autoren bezweifeln, dass Nigellin in der Droge nachgewiesen werden kann oder halten Nigellin für identisch mit Nigellon. Sicher enthalten sind dagegen Gerbstoffe und Saponine, zum Beispiel Melanthin, das bis zu 1,5 Prozent im Samen vorkommt. Weiterhin werden Hederagenin, Hederidin, Kalosapogenin und Melanthigenin genannt.

Ungesättigte Fettsäuren sind wichtige, zum Teil essentielle Nährstoffe für den Menschen. Wissenschaftler untersuchen seit den dreißiger Jahren die Wirkung von ungesättigten Fettsäuren, besonders der Gamma-Linolensäure, bei verschiedenen Erkrankungen wie Allergien und Rheuma. Auch bei der atopischen Dermatitis wird diskutiert, ob für die Entstehung ein gestörter Fettsäuremetabolismus mitverantwortlich sein kann. Möglicherweise besteht beim Atopiker ein Mangel an Gamma-Linolensäure aufgrund eines Enzymdefektes der Delta-6-Desaturase, die aus Linolsäure die Gamma-Linolensäure bildet. Gamma-Linolsäure dient als Vorstufe der Prostaglandine E1 und E2, die antiallergisch und bronchialerweiternd wirken. Durch Zufuhr von Gamma-Linolensäure soll die Bildung der Prostaglandine im Körper wieder anlaufen und eine allergische Reaktion gebremst werden. Für die Substitutionstherapie bei Patienten mit atopischer Dermatitis liegen eine Reihe klinischer Angaben sowie einige klinische Studien vor. Ein Teil der Patienten sprach auf die mehrwöchige Behandlung an; die positiven Befunde ließen sich allerdings nicht in allen Untersuchungen bestätigen. Insgesamt sind die Veröffentlichungen über den Einsatz von Gamma-Linolensäure beim atopischen Ekzem kontrovers.

Das Thymochinon aus dem ätherischen Öl soll Untersuchungen von 1965 zufolge einer der aktiven Inhaltsstoffe sein: Es wirkte choleretisch, erhöhte die Harnsäureausscheidung und schützte im Tierversuch beim Meerschweinchen vor histamininduzierten Bronchialspasmen. Nigellon soll die gleichen pharmakologischen Eigenschaften wie Thymochinon besitzen, aber bei weitem nicht dessen Toxizität. Das nahmen 1993 dänische Wissenschaftler zum Anlass, die Wirkung von Nigellon auf die Histaminfreisetzung aus Ratten-Mastzellen in vitro zu untersuchen. Nigellon konnte diese Histaminfreisetzung konzentrationsabhängig hemmen. Zwei Untersuchungen sollen eine mögliche Wirkung des Öls auf entzündlich-rheumatische Erkrankungen klären. Im ersten Versuch wurden Ratten-Leukozyten isoliert und mit extrahiertem Thymochinon oder fettem nichtflüchtigen Öl mit darin enthaltenem Thymochinon behandelt. Danach reizte man die Zellen chemisch, Prostaglandine, Thromboxane und Leukotriene zu bilden. Je nach Dosis der zugegebenen Substanz drosselten die Leukozyten die Bildung dieser Eikosanoide, das heißt, der Cyclooxygenase- und der 5-Lipoxygenase-Weg im Arachidonsäurestoffwechsel konnten experimentell gehemmt werden. Zur Erinnerung: Die Cyclooxygenase fördert die Entstehung von Prostaglandinen, die an entzündlichen Prozessen beteiligt sind, die Lipoxygenase steigert die Bildung von Peroxiden, die beim Abbau zu Leukotrienen Sauerstoffradikale freisetzen und so zu entzündlichen Reaktionen beitragen. Im zweiten Versuch schützten Thymochinon und fettes Öl cerebrale Liposomphospholipide, die aus Rinderhirn isoliert wurden, vor einer nicht enzymatischen Peroxidation. Weitere In-vitro-Tests, zum Beispiel der Desoxyribose-Test, konnten diese antioxidativen Eigenschaften von isoliertem ätherischen Öl und des darin enthaltenen Thymochinons bestätigen. Die antimikrobielle Wirkung von fettem und ätherischem Öl wurde untersucht. Das Pressöl war wirksam gegen einige grampositive und gramnegative Bakterienkulturen sowie gegen Pilze (Candida, Aspergillus); ätherisches Öl war nur schwach wirksam gegen einige Bakterienstämme. Mittels verschiedener Labortestverfahren wurde die Aktivität des Schwarzkümmels auf isolierte Knochenmark- und Tumorzellen untersucht. In einem Versuch hemmte der Nigella-sativa-Extrakt das Wachstum isolierter Tumorzellen. Bei einem Versuch konnten Knochenmarkzellen durch den Extrakt stimuliert werden. Ließe sich dieser Effekt auch in vivo erreichen, könnte sich dadurch möglicherweise die Immunsituation des Krebskranken verbessern.

In der arabischen Volksmedizin werden die Samen alleine oder kombiniert mit Honig oder Knoblauch bei Bluthochdruck angewendet. Wissenschaftler aus Saudi-Arabien spritzten das ätherische Öl sowie reines Thymochinon in die Venen anästhesierter Ratten; daraufhin sanken dosisabhängig Blutdruck und Puls.

(http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=titel1_33_1999)

(Phytotherapy Research. 2003; 17[10]: 1209-1214; Biochemica et BiohysicaActa.2006; 1760 [7]: 1088-1095; Annals of Allergy, Asthma and Immunology. 1993; 70: 237-242)

Gewürze als Aphrodisiakum

Viele Gewürze rufen tatsächlich einen Anstieg der „Energie“ hervor und verhelfen zu einer schnelleren Regeneration des Körpers.

Ganz oben auf der Liste der Gewürze, deren positiver Einfluss auf die Potenz, die Fruchtbarkeit und Beweglichkeit der Spermien auch bestätigt wurde, stehen Bohnenkraut, Ingwer, (Cassia-)Zimt, Liebstöckel, Koriander, Rosmarin und Anis.

Im Mittelalter war es Mönchen verboten Bohnenkraut im Klostergarten anzubauen. Man sagte, dass der Verzehr dieses Gewürzes jeden in Gefahr bringt, vom Pfad der Tugend abzuweichen.